Nachhaltigkeit ist in aller Munde, auch und gerade im Bereich Technologie und IT. Obwohl (oder vielleicht gerade weil) mur.at eine vergleichsweise kleine IT-Infrastruktur ist, beschäftigt uns das Thema Nachhaltigkeit besonders:
Bestehende Praktiken und Konzepte für “green IT” verlangen oft extra Investitionen oder sind auf größere Strukturen zugeschnitten. Wie können wir als kleiner, nichtkommerzieller freier Serverbetrieb mit beschränkten Ressourcen ökologisch und nachhaltig arbeiten?
Wir versuchen laufend, unsere Hardware zu erneuern. Neue Geräte brauchen deutlich weniger Strom und liefern mehr Leistung als alte. Nachhaltigkeit lässt sich aber nicht allein durch “neu kaufen” umsetzen: unsere Serverarchitektur ist über die Jahre gewachsen, Services und Softwares wurden neu aufgesetzt - ein komplexes Konstrukt aus vielen Bestandteilen.
Im Rahmen eines umfassenden “re:new” Prozesses haben wir unsere Mitglieder und Admins befragt, welche Services und Werkzeuge bei mur.at am meisten genutzt werden. Mit Blick auf diese Ergebnisse haben unsere Admins evaluiert, welche Services am meisten Wartungs- und Supportaufwand verursachen. Mit Blick auf diese Ergebnisse unterziehen wir in 2025 unsere Infrastruktur einem kritischen Blick: was brauchen wir wirklich? Was läuft gut, was nicht? Nachdem das Software-Serviceangebot von mur.at in den letzten Jahren stetig gewachsen ist, ist es nun Zeit zu überlegen, was wirklich essenziell ist, und was vielleicht “weg kann”. Dazu gehört auch eine ehrliche Reflexion über unsere Prinzipien: Datensouveranität, self-hosting. Services selbst hosten als Kleinbetrieb ist vergleichsweise viel ressourcenintensiver, da wir z.B. nicht auf so professionelle und energiesparsame Geräte zurückgreifen können wie moderne Großrechenzentren. Wie lassen sich also die Werte von mur.at als Kulturserver mit dem Gedanken von Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung überein bringen?
Mit ähnlichen Fragen wie mur.at beschäftigen sich auch andere Kollektive und Kulturserver, wie zum Beispiel unser Schwesterverein servus.at in Linz. Durch regelmäßige Austauschtreffen fördern wir den Wissensaustausch und gemeinsames Lernen, wovon sowohl Vereinsvorstände als auch Admins profitieren.
Zu den Austauschtreffen, die in unregelmäßiger Folge stattfinden, werden auch externe Künstler:innen und Aktivist:innen eingeladen, die ebenfalls im Bereich Netzkultur, Netzkunst & Open Source tätig sind. Unser online-Resident von 2024, Zeljko Blace, begleitet uns 2025 als “external eye” in diesem Diskursprozess. Als Vertreter der Wikimedia Foundation hat er zahlreiche Institutionen bei Aufbau und Revisionierung von digitaler Infrastruktur für den Kulturbereich begleitet.
Im Rahmen des Ausbaus unserer Website & unseres Support-Portals, der “Wissensbasis” werden wir für unsere Mitglieder Informationen zu Nachhaltigkeitsthemen anbieten:
Kleine Dinge wie bewusster Technik-Kauf, Reparieren statt Wegwerfen, regelmäßige Updates usw. tragen dazu bei, dass die Nutzung von Hardware wesentlich verlängert werden kann.
Als Jahresabschluss veranstalten wir 2025 am 6.12. einen HARDWAREFLOHMARKT mit Repaircafe. Kommt vorbei ab 14 Uhr in unser Headquarter in der Leitnergasse 7!
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